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/ Geld - Seite 2

Entstehung
Bei der Entstehung von Geld wurden im Wesentlichen zwei Wege beschritten:

Einerseits entstand Geld, indem allgemein geschätzte, in beschränkter, jedoch ausreichender Menge verfügbare und unverderbliche natürliche Gegenstände als allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel in Gebrauch kamen (Warengeld). Dies waren entweder Naturgegenstände (Naturalgeld), Schmuckstücke (Schmuckgeld) oder allgemeine Gebrauchs- und Nutzgegenstände wie auch Nutztiere. Diese erste Art von Geld war ursprünglich üblich bei Naturvölkern, die noch kein persönliches Eigentum kannten (zum Beispiel Kaurimuscheln im Süden Asiens und Afrikas bis ins 19. Jahrhundert) oder wird unwillkürlich benutzt als Notgeld (zum Beispiel Zigaretten vorübergehend in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg).

Andererseits kam Geld als Belege für Guthaben auf verpfändbares privates oder öffentliches Eigentum in Umlauf. Voraussetzung dafür war das Vorhandensein von Eigentum an bestimmten Gütern, gegen deren Verpfändung das Geld von ihren Eigentümern als Kredit herausgegeben wird. Als verpfändetes Eigentum kam zum Beispiel Landbesitz oder hinterlegtes Münzgeld in Frage. Den Besitzern von Geldbelegen stand auf Verlangen die Herausgabe des verpfändeten Eigentums zu. In dieser Weise kommt Geld durch Verschuldung zustande und ist rechtlich gesehen ein Schuldschein und Schuldentilgungsmittel. Dieses Verfahren wurde bis heute bei Geschäfts- und Zentralbanken beibehalten, indem Geld durch Beleihung verpfändbarer Wertpapiere vertrauenswürdiger Kreditnehmer gegen Zins ausgegeben wird.

Eine dritte, vorübergehend gebrauchte Form der Geldentstehung ist die absichtliche Schaffung von Notgeld. Zum Beispiel haben in Deutschland um 1923 gewisse Städte Notgeld als Ersatz für offizielles Geld herausgegeben.

Während Geld anfänglich über Jahrhunderte an wertvolle physische Tauschmittel wie z. B. Münzen aus Gold gebunden war, bestehen die Gelddokumente heute in der Regel aus fast wertlosem Material (Banknoten aus Papier). Dementsprechend wurden in Europa Gold und Silber als Wertgaranten für das ausgegebene Geld bei den Notenbanken hinterlegt (siehe dazu Goldeinlösegarantie). Seit den frühen siebziger Jahren wurde die Goldeinlösegarantie für Bargeld in immer mehr Staaten aufgehoben und das internationale System die Golddeckung mehr und mehr abgebaut. Der gravierendste Einschnitt stellte hierbei die Aufkündigung der Goldeinlösegarantie Nixons für den Dollar im Jahre 1973 dar.

Kritik an der Annahme der Entstehung des Geldes aus dem Tauschhandel kommt von Vertretern der Debitismus-Theorie, insbesondere von Paul C. Martin. Als Argument wird vorgebracht, das Einführen eines dritten Tauschgegenstands würde den Tausch zunächst noch verkomplizieren. Aus einer einzigen Transaktion würden zwei. Entscheidend sei vielmehr die Funktion des Geldes, die Zeit zwischen dem Bedarf an Ware A und der Produktion von Ware B zu überbrücken. Daraus ergebe sich, dass Geld von vornherein keine Ware und kein Tauschgegenstand gewesen sei, sondern Zeichen für ein Schuldverhältnis.

Natural- oder Warengeld
Natural- oder Warengeld war früher weit verbreitet und in allen Kulturen und Epochen vorzufinden. Es waren wertvolle, nützliche oder schöne Dinge. Zum Beispiel Steingeld in Mikronesien, Ring- und Schmuckgeld in Neu-Guinea und im Süd-Pazifik, Muschelgeld in Afrika und China, Kleidergeld (z. B. Pelze) in Nordamerika und Metallgeld in allen Regionen. Weiter dazu zählen Rinder, Kamele, Ziegen, Felle, Dolche, Spaten, Schmuckringe, besondere Steine, Salz und vieles mehr. Zum Warengeld gehörten auch Muscheln, insbesondere Kaurimuscheln, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch in Afrika, Südasien und auf den Südseeinseln noch weit verbreitet in Gebrauch waren. In Tibet wurde noch bis zum Einmarsch der Chinesen im Jahr 1950 vielfach mit Gerste oder Weizen bezahlt.

Mit der Entdeckung, dass manche dieser Dinge immer wieder weitergegeben, aber nicht mehr als Nutzgüter gebraucht wurden, wurden kleine und wesentlich weniger wertvolle Nachbildungen dieser Gegenstände als Zahlungsmittel verwendet. So kam es beispielsweise zu Messergeld, Spatengeld und Ähnlichem.

Das erste Falschgeld waren aus Knochen, Gestein oder Jade nachgeahmte Muscheln, als diese etwa 2.000 v. Chr. das erste chinesische Zahlungsmittel waren.

Dies sind Formen prämonetären Zahlungsverkehrs. Aspekte der Zählbarkeit, der Lagerfähigkeit und der leichten Transportierbarkeit spielten bereits früh eine Rolle bei der Wahl des Materials, auch im Hinblick auf die Möglichkeit, Werte aufzubewahren. Diesem Bedürfnis entsprachen z. B. Barren und Drähte aus Bronze oder Silber, die sehr werthaltig und leicht aufzubewahren waren.

Die nachfolgenden Geldarten Münze, Banknote, Buchgeld und Wertkarte sind wie Generationen des Geldes auseinander hervorgegangen.

Münzgeld
Die ersten Münzen wurden im 2. vorchristlichen Jahrtausend von den Chinesen geschlagen, in Europa im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Lydern

Münzen erleichterten den Handel wesentlich. Sie hatten den Vorteil, immer gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleiches Aussehen zu besitzen und statt gewogen abgezählt werden zu können.

Papiergeld
Papiergeld entstand im 11. Jahrhundert in China als Stellvertreter für Münzgeld. Es war ursprünglich nicht als Ergänzung zu Münzen gedacht, sondern als deren Ersatz bei Mangel an Münzen. Papiergeld waren Wertpapiere mit der Aufforderung an ihren Herausgeber, dem Inhaber auf Verlangen den Gegenwert in Münzen auszuzahlen.

Das erste europäische Papiergeld wurde 1483 in Spanien als Ersatz für fehlendes Münzgeld ausgegeben. Dazu dienten Papierzettel mit Wertangabe und Siegel, deren Annahme als Zahlungsmittel für jedermann zwingend vorgeschrieben war.

Das Vertrauen in Papiergeld beruhte ursprünglich darauf, dass es von jedermann jederzeit in Münzgeld umgetauscht werden kann. Dieses Vertrauen war durch ausreichende Bestände an Münzgeld in den Schatzkammern des Herausgebers begründet. Durch die verordnete Annahmepflicht wurde Papiergeld neben dem Münzgeld zum Zahlungsmittel.

Später haben Banken Münzgeld gegen Quittung in Verwahrung genommen, um den Besitzern Transport und Bewachung des Geldes zu erleichtern. Die Quittungen wurden als Zahlungsmittel verwendet. Sie gaben ihren Inhabern das Recht, von einer dazu verpflichteten Bank jederzeit die Hergabe der entsprechenden Menge Münzgeld zu verlangen. Die Quittungen hießen Banknoten, die entsprechenden Banken Notenbanken. Daraus entwickelte sich die Erfordernis der Notenbanken, die von ihnen ausgegebenen Banknoten durch Bestände zunächst an Münzen, später an Edelmetallen (Gold, Silber) abzusichern, zu decken (Deckungspflicht). Mit der Zeit überstieg die Menge an Papiergeld die Menge an Münzen und Edelmetallen deutlich. Heute müssen Banknoten in vielen Ländern nicht mehr durch Goldbestände der Notenbanken gedeckt sein (Aufhebung der Golddeckungspflicht).

Etwa seit Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Staaten dazu über, das Recht zur Ausgabe von Banknoten den verschiedenen Notenbanken ihres Landes zu entziehen und einer zentralen Notenbank, der Zentralbank des Landes, zu übertragen. Diese versorgt ihrerseits die Geschäftsbanken über Kredite mit Banknoten.

Mit der Errichtung von Zentralbanken war oft auch eine Zentralisierung des Geldwesens und die Schaffung einer einheitlichen Währung verbunden. Bis dahin hatten die einzelnen Notenbanken vielfach ihre eigenen Währungen ausgegeben. Dazu zwei Beispiele: 1907 wurde die Schweizerische Nationalbank errichtet und der Franken als neue Währung eingeführt anstelle von mehreren kantonalen Notenbanken mit eigenen regionalen Währungen. Und 1998 wurde die Errichtung der Europäischen Zentralbank und die Schaffung des Euros als neue europäische Währung vollzogen anstelle der Zentralbanken der einzelnen Länder und der Landeswährungen.

Da Papiergeld ohne große Kosten hergestellt werden kann und es oft weder durch vorhandenes Vermögen noch durch genügend erwerbbare Güter gedeckt ist, kann es problemlos im Übermaß ausgegeben werden. Dies führt immer zu Teuerung und Kaufkraftverlust des Geldes (Inflation). Aus der Verbindung von Papiergeld mit Krieg und Inflation war bis ins 20. Jahrhundert hinein das Papiergeld als wertloses Geld empfunden und mit Misstrauen betrachtet worden.

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Quelle: wikipedia.org

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