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Emissionsverfahren
Es gibt folgende Emissionsverfahren:

Selbstemission, der Emittent trägt das Absatzrisiko selbst. Die Kreditinstitute fungieren nur als Zeichnungsstellen. Man bezeichnet diese Emissionsform auch als direkte Anleihe.
Fremdemission durch Banken, Platzierungskonsortien oder Syndikate, ein Mittler übernimmt das Absatzrisiko und verlangt dafür eine Gebühr vom Emittenten. Man bezeichnet diese Emissionsform auch als indirekte Anleihe. Eine Emission durch ein Emissionskonsortium kann als Übernahme (Risiko geht auf Konsortium über) oder als Begebung (Risiko verbleibt beim Emittenten) erfolgen.
Eine Begebung kann in verschiedenen Varianten ablaufen:
freihändiger Verkauf (Sales)
Auflegung zur öffentlichen Zeichnung
International Primary Offering (Angebot im Primärhandel)
Privatplatzierung (private issue)
Versteigerung
Tenderverfahren, ähnlich einer Versteigerung, jedoch geben die Zeichner an, wieviel nominal sie zu welchem Kurs bereit sind zu erwerben, und der Emittent bedient dann alle Gebote, welche einen (vom Emittenten gewählten) Mindestkurs nicht unterschreiten. Dabei ist das Emissionsvolumen nicht von Anfang an festgelegt, sondern wird je nach Umfang der Gebote angepasst. Man unterscheidet amerikanisches (wobei jeder Bieter sein eigenes Gebot zahlt) von holländischem Verfahren (wobei alle den gleichen Preis zahlen). Siehe auch: Bedingungen der Deutschen Bundesbank für das Tenderverfahren.
Privatplatzierung
freihändiger Verkauf (Sales)
Daueremission: laufende Weiteremission unter gleichen Bedingungen
Anleihen können zu pari (= 100 %), unter pari oder über pari ausgegeben werden. Unter oder über pari bedeutet, dass bei der Ausgabe einer neuen Anleihe ein Abschlag (Disagio) oder ein Aufschlag (Agio) festgelegt wird, um den der Ausgabepreis den Nennwert unter- oder überschreitet.

Anleihen werden entweder als Einzelurkunde mit bestimmtem Nennwert ausgegeben (effektive Stücke) oder als Sammelurkunde verbrieft. Effektive Stücke können an den Käufer ausgeliefert werden. Die Sammelurkunde verwahrt die Deutsche Börse Clearing AG (Girosammelverwahrung) für den Käufer, er erhält eine Gutschrift über das Miteigentum.

Anleihemärkte
Nationaler Anleihemarkt

Eine Inlandsanleihe wird auf dem nationalen Anleihemarkt platziert. Es handelt sich dabei um die Emission einer Anleihe eines inländischen Emittenten. Sie wird in der Heimatwährung und unter Einsatz eines inländischen Konsortiums emittiert, wobei die Vorschriften des Sitzlandes eingehalten werden müssen. Ein Beispiel dafür ist eine Bundesanleihe.

Internationaler Anleihemarkt

"International" bedeutet hier, dass die Emission außerhalb des Heimatlandes des Emittenten erfolgt. Es wird dabei zwischen Euromärkten und Auslandsanleihmärkten unterschieden.

Eine Euroanleihe wird von einem internationalen Bankenkonsortium emittiert. Die internationale Platzierung erfolgt in einer "großen" Währung (Dollar, Euro, Yen, australischer Dollar).

Bei Auslandsanleihen handelt es sich um die Anleihe inländischer Währung eines relativ zur Währung ausländischen Emittenten. Sie wird von einem inländischen Bankenkonsortium des Währungslandes platziert. Es gelten die Vorschriften des Inlandes.

Siehe auch: Deutscher Anleihemarkt

Laufzeit
Die Unterscheidung von Anleihen nach ihrer Laufzeit ist rein formaler Natur, vor allem deshalb, weil es viele Mischformen mit anderen Finanzprodukten gibt (s. u.). Die gängigste Einteilung ist:

kurzfristig (bis 4 Jahre)
mittelfristig (4 bis 8 Jahre)
langfristig (mehr als 8 Jahre)
Der Zusammenhang zwischen (Rest-)Laufzeit und dem Zins einer Anleihe findet Niederschlag in der Zinskurve.

 

Anleihenstripping
Beim Anleihenstripping, auch Kupon-Stripping genannt, wird der Kupon vom Wertpapiermantel (Nominalwert) getrennt, damit anschließend der Nominalwert und der Zinsteil einzeln als Zero-Bond gehandelt werden können.

Seit 1997 ist das Stripping von bestimmten Bundesanleihen ab einem Mindestbetrag von 50.000 Euro möglich.

Die Trennung wird für den Inhaber der Anleihe von der jeweils depotführenden Stelle, dem Kreditinstitut oder der Bundeswertpapierverwaltung, vorgenommen.

Formen von Anleihen
Verzinsliche Wertpapiere kommen in einer sehr großen Zahl verschiedener Formen vor. Der Finanzmarkt hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine Vielzahl von innovativen Finanzinstrumenten hervorgebracht, wobei Anleihen eine bedeutende Rolle gespielt haben. Viele dieser Finanzinstrumente sind wieder vom Markt verschwunden, während andere sich länger halten oder ins Standardrepertoire von Finanzinstitutionen aufgenommen werden.

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Quelle: wikipedia.org
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